Der Atlantik ist nicht so offen, wie es sich diesen Sommer anfühlte.
Vier US-Städte stehen kurz davor, ihre direkte Luftbrücke nach Irland zu verlieren. In Denver, Las Vegas und Minneapolis wird die Nonstop-Verbindung nach Dublin auf absehbare Zeit völlig eingestellt. Seattle bekommt eine Gnadenfrist – sozusagen. Ihre Flüge enden nach Oktober, sie kehren jedoch in der Sommersaison 2027 zurück.
Aer Lingus gab diese Woche die Ankündigung bekannt. Es ist Teil eines umfassenderen Vorstoßes zur Kostensenkung. Als Gründe für die Kürzung nannte die Fluggesellschaft steigende Treibstoffpreise und einen harten Wettbewerb. Es geht um Margen, heißt es in der Erklärung. Und 500 Arbeitsplätze. Im Zuge dieser betrieblichen Umstellungen werden 500 Mitarbeiter von Aer Lingus entlassen.
Warum jetzt?
Man muss sich die Flottenstrategie ansehen.
Über Jahre hinweg expandierte die Fluggesellschaft schnell. Die Abflüge zwischen den USA und Irland stiegen im Vergleich zu 2023 um 22 %. Dieses Wachstum beruhte jedoch auf großen Twin-Aisle-Jets. Das neue Playbook konzentriert sich auf den Airbus A321XLR. Kleiner. Größere Reichweite. Günstiger im Betrieb.
Diese neuen Flugzeuge sind für die Ostküste im Einsatz. Sie erreichten Pittsburgh. Indianapolis. Nashville. Raleigh-Durham.
Werden die Städte zerstört? Sie liegen außerhalb des idealen wirtschaftlichen Bereichs für kleinere Jets.
- Denver (DEN): Nonstops enden nach dem 28. September
- Minneapolis-St. Paul (MSP): Nonstops enden nach dem 24. Oktober
- Las Vegas (LAS): Nonstops enden nach dem 3. Dezember
Wem tut das eigentlich weh?
Reisende aus Denver und Las Vegas verlieren ihre einzige Nonstop-Option. Niemand sonst fliegt direkt dorthin.
Minneapolis ist nicht gestrandet. Delta betreibt weiterhin Dublin-Strecken von MSP aus. Du musst sie einfach fliegen. Oder zahlen Sie eine Prämie, um Aer Lingus weiterhin von einem anderen Drehkreuz aus zu fliegen.
Was passiert, wenn Sie nicht direkt nach Dublin fliegen können?
Sie verbinden sich. Oder Sie wechseln die Fluggesellschaft.
Die Suchergebnisse werden unübersichtlich. Sie werden wahrscheinlich mit Zwischenstopps in Chicago, Atlanta oder Newark rechnen müssen. Die Reisezeit verlängert sich. Der Stresspegel steigt.
Wenn Sie eine Buchung auf einem dieser bald austretenden Märkte vor den Sperrfristen in Betracht ziehen, haben Sie bis Ende 2024 Zeit. Aber denken Sie darüber nach, ob sich ein Zwischenstopp lohnt, wenn direkte Sitzplätze knapp werden.
Es gibt einen Silberstreif am Horizont, der tief in den Kostensenkungen vergraben ist.
Premium Economy kommt.
Im Jahr 2027 will Aer Lingus zehn Airbus A330 umrüsten. Sie werden eine Mittelklasse-Kabine einführen. Liegesitze. Kein Liegebett, aber besser als ein Coach.
„Unsere beschleunigte Transformation zielt darauf ab, Aer LingUS für die Zukunft zu rüsten.“
Das Zitat von CEO Lynne Embleton klingt wie das aller CEOs einer Fluggesellschaft. Aber der Schritt in die Premium-Economy ist finanziell sinnvoll. Es ist ein Produkt, auf das sich globale Transportunternehmen seit einem Jahrzehnt verlassen. Mehr Beinfreiheit kostet weniger als die erste Klasse, bringt aber einen höheren Ertrag.
Auch Europa ist nicht sicher
Es sind nicht nur die USA.
Auch Aer Lingus beschneidet sein europäisches Netzwerk.
Flüge nach Split, Kroatien? Nach dem Sommer verschwunden. Frankfurt, Hamburg und Malta? Nur saisonal. Kein Winterdienst.
Die Botschaft ist klar. Dichte schlägt Breite. Sie wollen volle Flugzeuge auf profitablen Strecken. Sie brauchen keine freien Plätze in entfernten Städten, nur um dort präsent zu sein.
Sie werden es spüren, wenn Sie buchen.
Die direkten Wege, die Sie für selbstverständlich halten, könnten morgen verschwinden. Oder in sechs Monaten. Überprüfen Sie die Daten. Kennen Sie Ihre Möglichkeiten. Denn wenn Aer Lingus die Flüge dorthin einstellt, haben Sie keine andere Wahl, es sei denn, Sie sind damit einverstanden, Ihre Reise um fünf Stunden zu verlängern.


























