Der Wettlauf um die Maximierung der Sitzplatzkapazität in Flugzeugen hat dazu geführt, dass immer weniger Fluggesellschaften einen Luxus genießen können, den nur wenige Passagiere je erlebt haben: Bars und Lounges an Bord. Während die meisten Fluggesellschaften mehr Sitze unterbringen, reservieren einige wenige immer noch Platz für erstklassige Annehmlichkeiten für First- und Business-Class-Reisende und sorgen so für ein einzigartiges Erlebnis auf Ultralangstreckenflügen. In diesen Räumen geht es nicht nur um Komfort; Sie bieten die Möglichkeit, sich während des Flugs die Beine zu vertreten, Kontakte zu knüpfen und Premium-Service zu genießen.

Das Konzept erreichte vor Jahrzehnten seinen Höhepunkt, bleibt aber ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal für die Fluggesellschaften, die es immer noch anbieten. Heute bieten nur sechs Fluggesellschaften diese Annehmlichkeiten an, und da weniger Superjumbo-Flugzeuge im Einsatz sind, wird diese Zahl wahrscheinlich noch weiter sinken.

Emirates: Der Bar-Standard

Emirates ist ein Synonym für Bordbars und verfügt über mehr als 100 Airbus A380, die mit einer Bar im hinteren Teil des Oberdecks ausgestattet sind. Diese Funktion wird stark vermarktet, und das aus gutem Grund: Sie bietet einen High-End-Vorteil, der die Markenwahrnehmung steigert. Passagiere können aus einer umfangreichen Cocktailkarte bestellen, Snacks zur Selbstbedienung sind verfügbar und Getränke an der Bar oder auf ihren Sitzplätzen genießen. Neuere A380 verfügen über eine neu gestaltete Lounge mit Sitzbänken anstelle von Bänken. Allerdings ist der Barbereich einem hohen Fußgängeraufkommen durch Flugbegleiter ausgesetzt, was das Erlebnis beeinträchtigen kann.

Virgin Atlantic: Sich entwickelnde soziale Räume

Virgin Atlantic hat seine sozialen Bereiche an Bord im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Die Fluggesellschaft bietet derzeit Bars auf Boeing 787 und Airbus A330 an – kleinere Räume mit begrenztem Personal. Der Airbus A350 verfügt jedoch über „The Loft“, eine Lounge mit Sofas und einem Unterhaltungsbildschirm, in der die Besatzung Getränke- und Snackbestellungen entgegennimmt. Neuere Freizeit-A350 verfügen über eine noch kleinere „The Booth“-Lounge für private Abendessen oder Verkostungen.

Qatar Airways: Die eleganteste Option

Qatar Airways betreibt möglicherweise weniger A380 als Emirates, aber die Bordbar ist wohl raffinierter. Die geräumige Bar befindet sich hinter der Business-Class-Kabine und bietet eine große Auswahl an Getränken und Snacks bei minimalem Fußgängerverkehr. Flugbegleiter müssen für den Service nicht mehr die Bar betreten, was für eine entspanntere Atmosphäre sorgt.

Korean Air: Ein verblassender Luxus

Korean Air verfügte einst über eine A380-Lounge namens „Celestial Bar“, gesponsert von Absolute Vodka mit Cocktails zum Thema Luftfahrt. Heute serviert die Bar nur noch abgepackte Snacks, Getränke sind nicht mehr erhältlich. Korean Air hat dieses Konzept praktisch aufgegeben und ein einst charakteristisches Merkmal weitgehend ungenutzt gelassen.

Qantas: Maximierung des nicht nutzbaren Platzes

Qantas nutzt die Vorderseite des A380-Oberdecks – einen Bereich, der sich nicht gut für Sitzgelegenheiten eignet – mit einer Lounge mit Kabinen für Business-Class-Passagiere. Der formelle Service ist begrenzt, aber die Besatzung bringt gerne Snacks und Getränke mit. Dieser Raum ist im Wesentlichen eine clevere Möglichkeit, ansonsten ungenutzten Bereich zu nutzen.

Etihad: „Die Lobby“-Erfahrung

Etihad Airways verfügt in seinen A380 über eine „The Lobby“-Lounge zwischen der First- und Business-Class. Dieser Bereich verfügt über ein paar Sofas und bietet Essens- und Getränkeservice, obwohl er nicht offiziell besetzt ist. Die Lounge ist für geselliges Beisammensein konzipiert, bietet jedoch nicht das besondere Bar-Erlebnis anderer Fluggesellschaften.


Die Zukunft dieser Bars und Lounges an Bord ist ungewiss. Da Fluggesellschaften ältere Flugzeuge ausmustern und Effizienz über Luxus stellen, könnten diese Räume zu einem Relikt einer vergangenen Ära werden. Vorerst bleiben jedoch Emirates, Virgin Atlantic, Qatar Airways, Korean Air, Qantas und Etihad die letzten Bastionen des Bordgenusses.