United Airlines bereitet die Einführung einer neuen Konfiguration seiner Regionalflugzeugflotte vor: den CRJ-450. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung des Passagiererlebnisses und zur Steigerung der Rentabilität, mit der United neben Delta Air Lines als Premium-Fluggesellschaft positioniert wird. Der CRJ-450 ist eine modifizierte Version des CRJ-200 mit weniger Sitzen (41 statt 50) und einer verbesserten Kabinenaufteilung mit erstklassigen Sitzplätzen und Starlink-Konnektivität während des Fluges.
Die Premium-Regionalstrategie
United testete diesen Ansatz erstmals 2019 mit der CRJ-550, einem Jet mit 50 Sitzplätzen, einer First-Class-Kabine und Schließfächern anstelle herkömmlicher Gepäckfächer. Der CRJ-450 folgt diesem Modell und zielt darauf ab, in seiner gesamten Flotte ein einheitlicheres Premium-Erlebnis zu bieten. Andrew Nocella, Chief Commercial Officer von United, betont, dass es darum geht, „ein gleichbleibendes Serviceniveau zu bieten … egal, wo man sitzt.“
Dieser Drang nach Premium-Angeboten geht über Regionaljets hinaus. United plant, noch in diesem Jahr seine Boeing 787-9 Elevated mit Polaris Studio-Suiten sowie die neuen A321neo- und A321XLR-Flugzeuge mit Business-Class-Suiten auf den Markt zu bringen. Die Investitionen der Fluggesellschaft zielen darauf ab, ein profitableres Marktsegment zu erobern, was den Erfolg von Delta im Premium-Reiseverkehr widerspiegelt. Delta erzielte im Jahr 2025 eine operative Marge von 9,2 %, während United 8 % schaffte.
Warum jetzt? Einschränkungen der Geltungsbereichsklausel
Beim CRJ-450 geht es nicht nur um den Komfort der Passagiere; Es ist auch ein Workaround für die strengen Pilotenverträge von United. Diese als „Scope-Klauseln“ bekannten Vereinbarungen begrenzen die Anzahl und Größe der Regionaljets, die eine Fluggesellschaft betreiben kann. United hat einige der strengsten Beschränkungen und erlaubt weniger große Regionalflugzeuge als American oder Delta. Es kann jedoch eine unbegrenzte Anzahl von Flugzeugen mit 50 Sitzplätzen betreiben, was zur Entwicklung des CRJ-550 führte. Der CRJ-450 setzt diesen Trend fort.
Ed Bastian, CEO von Delta, erkannte diese Dynamik an und erklärte: „United tut ihr Bestes, um uns zu kopieren, und ich mache ihnen keinen Vorwurf.“
Wirtschaftliche Überlegungen und Kraftstoffkosten
Trotz der potenziellen Einnahmen aus Premium-Sitzen ist die Wirtschaftlichkeit des CRJ-450 nicht ohne Herausforderungen. Die CRJ-200-Flugzeugzelle ist eine der am wenigsten treibstoffeffizienten Optionen für Fluggesellschaften. Da die Kerosinpreise am 20. März um 82 % auf 4,56 US-Dollar pro Gallone gestiegen sind, sind die Betriebskosten ein großes Problem.
Der Erfolg des CRJ-550 beweist, dass die Umsatzsteigerungen durch Sitze in der ersten Klasse und mit mehr Beinfreiheit die Betriebskosten eines kleineren Jets überwiegen können. United hofft, dass der CRJ-450 diesem Beispiel folgen wird.
Bereitstellung und Zukunftspläne
Der erste CRJ-450 soll Ende 2026 an den United-Hubs in Chicago (ORD) und Denver (DEN) in Dienst gestellt werden und kleinere Städte mit großen Hubs verbinden. Die Fluggesellschaft plant, bis 2028 50 CRJ-450 von SkyWest Airlines betreiben zu lassen und die Flotte schließlich auf 70 Flugzeuge zu erweitern und damit ältere CRJ-200 zu ersetzen. United wird auch seine Embraer ERJ-145-Flotte weiterhin betreiben, obwohl einige Flugzeuge vorübergehend am Boden bleiben.
United möchte kleinere Gemeinden mit Premium-Optionen bedienen und hofft, dass der CRJ-450 ein „Game-Changer“ sein wird.
Die Investition der Fluggesellschaft in Regionaljets mit verbesserter Ausstattung stellt einen strategischen Wandel hin zu Reisen mit höheren Margen dar und spiegelt eine wettbewerbsfähige Reaktion auf Deltas Erfolg im Premiummarkt wider.


























