Von United Airlines durchgesickerte interne Dokumente enthüllen eine kalkulierte Strategie zur Untergrabung der Präsenz von American Airlines am Chicago O’Hare International Airport (ORD). Die mit den Mitarbeitern geteilten Folien machen sich offen darüber lustig, dass Americans Hub-Betrieb nicht nachhaltig sei, und heben jahrelange strategische Fehltritte hervor, die der Fluggesellschaft Hunderte Millionen Verluste gekostet haben. Dabei geht es nicht nur um Marktanteile; Es handelt sich um einen direkten Angriff auf einen Hauptkonkurrenten, der darauf abzielt, ungünstige Geschäftsentscheidungen zu erzwingen.

Die Schlacht um Chicago: Eine Wettbewerbslandschaft

United und American stehen in O’Hare in einem intensiven Wettbewerb und bauen beide ihre Kapazitäten rasch aus. American baut seinen Flugplan nach der Pandemie neu auf, während United seine bestehende Dominanz mit einem größeren Flugplan als je zuvor ausnutzt.

Das Hauptziel von United ist klar: American als Hauptakteur bei O’Hare eliminieren, seinen hart erkämpften Gate-Zugang schützen und seine Marktposition festigen. Während dieser Wettbewerb den Reisenden vorübergehend durch mehr Optionen und möglicherweise niedrigere Tarife zugute kommt, ist das langfristige Ziel klassisches Kartellverhalten – die Verdrängung von Konkurrenten, um später die Preise in die Höhe zu treiben.

CFO von United weist die Position von American zurück

Am Mittwoch wies der CFO von United den O’Hare-Hub von American unverblümt als „vorübergehend“ ab und bekräftigte damit die durchgesickerten Folien, in denen detailliert beschrieben wird, wie United den Marktanteil von American am Chicagoer Markt stetig untergraben hat.

Vor zehn Jahren bediente American mehr Kunden in Chicago als United. Jetzt hat United einen deutlichen Vorsprung und behauptet, dass O’Hare profitabel sei, während American als Verlustbringer dargestellt wird. Die durchgesickerten Materialien betonen diese Ungleichheit und verwenden aggressive Rhetorik, die an ein virales Internet-Meme erinnert – „Stopp, stopp! Er ist schon tot!“ – um die vermeintliche Sinnlosigkeit der amerikanischen Bemühungen zu veranschaulichen.

Das Zahlenspiel: Kostenverteilung und Kreditkarteneinnahmen

United behauptet, American habe im Jahr 2025 bei O’Hare 511 Millionen US-Dollar verloren. Diese Zahl wird jedoch stark davon beeinflusst, wie Kosten und Einnahmen zugeordnet werden. Insbesondere führt United die in Chicago ansässigen Co-Branding-Kreditkartenausgaben auf Chicago-Flüge zurück, anstatt sie im gesamten System zu verteilen, wodurch die Verluste von American künstlich aufgebläht werden. Während Chicago immer noch unterdurchschnittlich abschneidet, verzerrt die Berechnungsmethode das wahre Bild.

Der Co-Branding-Kreditkartenumsatz von American ist von einem Spitzenplatz vor einem Jahrzehnt auf den dritten Platz beim Gebührenvolumen zurückgegangen, was teilweise auf die geringere Bedeutung des Unternehmens in Schlüsselmärkten wie Chicago zurückzuführen ist.

Die Grundursache: Die Flottenentscheidungen der Amerikaner

Die Probleme der Amerikaner sind auf aggressive Flottenkürzungen während der Pandemie zurückzuführen. Die Ausmusterung der Boeing 757, 767, Airbus A330 und Embraer E190 sowie die verschobenen Auslieferungen der Boeing 787-9 beeinträchtigten die Fähigkeit des Unternehmens, aus dem Anstieg des Reiseaufkommens nach der Pandemie Kapital zu schlagen. Dies führte dazu, dass American seinen Chicago-Flugplan nicht effektiv umbauen konnte und gezwungen war, Flüge von anderen Drehkreuzen einzustellen.

Die Strategie von United: Druck und Profit

United nutzt die Schwächen der Amerikaner aus. Ihre höhere Rentabilität ermöglicht es ihnen, Verluste in strategischen Gebieten wie Chicago aufzufangen und gleichzeitig den amerikanischen Marktanteil zu verlieren. Sie untergraben auch aktiv die finanzielle Glaubwürdigkeit von American bei Analysten und üben Druck auf die Fluggesellschaft aus, ihren Betrieb einzuschränken.

United geht davon aus, dass es American in eine Position zwingen kann, in der es nicht wieder an Größe gewinnen kann, auch wenn dadurch erhebliche Kreditkarteneinnahmen und Meilenverkäufe freigesetzt würden.

Das Spiel: Gate-Value- und Kreditkartenangebote

Im Kampf um O’Hare geht es nicht nur um Flüge; es geht um die Sicherung wertvoller Vermögenswerte. Aktuelle Gate-Verkäufe von Spirit Airlines zeigen, dass jedes Gate in O’Hare einen Wert von 15 Millionen US-Dollar haben könnte. Chicago ist auch ein wichtiger Markt für Kreditkartenausgaben, weshalb es für American unerlässlich ist, seine Präsenz wiederzugewinnen.

American ist sich dessen bewusst und hat den Mitarbeitern bereits die Bedeutung von Chicago vermittelt. Es bleibt die Frage, ob es United gelingen wird, American unter Druck zu setzen, seine Wachstumspläne aufzugeben.

Das Ergebnis wird davon abhängen, ob United die Wall Street davon überzeugen kann, dass die Expansion der Amerikaner nicht nachhaltig ist und möglicherweise einen strategischen Rückzug erzwingt. Die gesamte Situation ist eine direkte Folge der Fehltritte der USA in der Vergangenheit, und ihre Fähigkeit, diese Entscheidungen rückgängig zu machen, wird über ihre Zukunft bei O’Hare entscheiden.