Ein Rechtsstreit zwischen Mechanikern von United Airlines und ihrer Gewerkschaft, den Teamsters, hat einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Ein Richter hat den Großteil einer Klage abgewiesen, in der behauptet wurde, die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft hätten sich verschworen, um die Löhne zu senken, obwohl den Mechanikern nur ein schmaler rechtlicher Weg verbleibt, um ihren Kampf fortzusetzen.
Der Kernstreit: Die „Black Box“-Gehaltsformel
Im Mittelpunkt des Konflikts steht LOA #29, eine spezifische Bestimmung im Tarifvertrag, die sicherstellen soll, dass die Mechaniker von United weiterhin wettbewerbsfähig entlohnt werden. Die Vereinbarung sah eine „Gehaltsanpassung“ alle zwei Jahre vor, um die Löhne von United auf 102 % des kombinierten Durchschnittslohns der Mechaniker bei American Airlines und Delta Air Lines zu halten.
Die Mechaniker behaupten, dass diese Formel nicht transparent angewendet wurde. Sie behaupten, dass die Fluggesellschaft und die Gewerkschaft anstelle einer klaren, überprüfbaren Berechnung ein geheimes „Kostenmodell“ verwendet hätten, um die Gehaltserhöhungen festzulegen. Die Mechaniker argumentieren, dass dieser „Black-Box“-Ansatz die Manipulation von Nichtlohnvariablen ermöglichte, um Vergütungspakete wertvoller erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich waren, was letztendlich zu viel geringeren Gehaltserhöhungen als versprochen führte.
Die Diskrepanz in den Zahlen ist krass:
– Der Reset 2020: Angekündigt als Anstieg um 7,6 %, aber Mechaniker behaupten, der Mangel an Details habe eine unabhängige Überprüfung verhindert.
– Die Anpassung für 2022: Angekündigt als Anstieg um 2,6 % (ungefähr 1,20 $/Stunde), während Mechaniker behaupten, dass die Formel einen Anstieg von 15,7 % (ungefähr 7,35 $/Stunde) hätte ergeben sollen.
Vorwürfe der Korruption und des Gewerkschaftsverrats
Die Klage ging über bloße Buchführungsfehler hinaus und erhob schwere Korruptionsvorwürfe gegen die Teamsters-Gewerkschaft. Die Mechaniker stellten zwei Haupttheorien vor, warum ihre Gewerkschaft ihre Interessen nicht schützen würde:
- Finanzielle Absprache: Die Kläger behaupteten, United habe den Teamsters im Juni 2017 1,5 Millionen US-Dollar gezahlt – kurz nachdem eine wichtige Vereinbarung ratifiziert worden war. Sie argumentierten, dass dies eine „unzulässige finanzielle Unterstützung der Transportunternehmen“ im Sinne des Eisenbahnarbeitsgesetzes darstelle, was darauf hindeutet, dass die Gewerkschaft tatsächlich aufgekauft worden sei.
- Interner Fraktionismus: Die Gewerkschaftsfunktionäre behaupteten, die Gewerkschaft sei durch interne Spaltungen zwischen alten Fraktionen von Continental Airlines und alten United Airlines gelähmt, was zu einem Zusammenbruch der Vertretung und einem Versäumnis, legitime Lohnbeschwerden zu verfolgen, geführt habe.
Das Gerichtsurteil
Die brisantesten Behauptungen der Klage wies der Richter letztlich zurück. Das Gericht entschied, dass die Behauptungen einer geheimen Verschwörung zwischen United und den Teamsters nicht „plausibel behauptet“ seien. Der Richter stellte fest, dass es an Beweisen für die Annahme fehle, dass sich die Gewerkschaft an einem solchen Plan beteiligen würde oder dass ihr Verhalten eine rechtlich strafbare Bösgläubigkeit darstelle.
Als Ergebnis:
– Die Kollusionstheorie wurde zurückgewiesen.
– Der Anspruch auf „Pflicht zur fairen Vertretung“ wurde unbeschadet abgewiesen, was bedeutet, dass er nicht auf der Grundlage dieser spezifischen unbegründeten Ansprüche erneut eingereicht werden kann.
Ein schmaler Weg nach vorne
Obwohl die Mechaniker aufgrund einer Verschwörung nicht mehr in der Lage waren, Schadensersatz einzuklagen, wurden sie dennoch nicht völlig aus dem Rechtssystem ausgeschlossen. Nach dem Eisenbahnarbeitsgesetz behalten die Arbeitnehmer das individuelle Recht, Beschwerden vorzulegen, auch wenn ihre Gewerkschaft dies ablehnt.
Der Richter entschied, dass die Mechaniker weiterhin eine feststellende oder einstweilige Verfügung beantragen können. Dies bedeutet, dass sie eine gerichtliche Anordnung zur Anfechtung des Gehaltsrücksetzungsverfahrens selbst beantragen können, auf diesem speziellen Weg jedoch keinen finanziellen Schadensersatz verlangen können.
Die Abweisung der Kollusionsklage deutet darauf hin, dass es sich möglicherweise nicht um kriminelle Bestechung handelt, sondern eher um ein Versagen der institutionellen Ausrichtung – wo interne Politik und ein Mangel an aggressiver, forensischer Aufsicht möglicherweise unbeabsichtigt der Fluggesellschaft auf Kosten der Arbeitnehmer zugute gekommen sind.
Schlussfolgerung
Den Mechanikern gelang es zwar nicht, eine korrupte Verschwörung zwischen der Fluggesellschaft und ihrer Gewerkschaft nachzuweisen, sie haben sich jedoch das Recht gesichert, den Lohnanpassungsmechanismus unabhängig anzufechten. Der Fall verdeutlicht die komplexen Spannungen zwischen Gewerkschaften und ihren Mitgliedern, wenn interne Politik und undurchsichtige Vertragsformeln kollidieren.
