Die Indien-Abteilung von Marriott International geht aktiv gegen den wachsenden Arbeitskräftemangel im Gastgewerbe vor, indem sie Initiativen umsetzt, die speziell darauf ausgerichtet sind, Mitarbeiter der Generation Z anzuziehen und zu halten. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Indiens Hotelbranche schnell wächst und eine Nachfrage nach Arbeitskräften schafft, während gleichzeitig aufgrund langer Arbeitszeiten und niedriger Löhne hohe Fluktuationsraten zu verzeichnen sind.
Der Talentmangel im indischen Gastgewerbe
Indiens Hotelbranche kämpft seit Jahren mit einem „Talentmangel“, ein Problem, das in einem Bericht des Tourism and Hospitality Skill Council aus dem Jahr 2024 hervorgehoben wird. Die Studie ergab, dass junge Arbeitnehmer die Branche in Scharen verlassen und nach Möglichkeiten mit einer besseren Work-Life-Balance suchen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der Hotels aggressiv neue Hotels hinzufügen, was den Personalmangel verschärft.
Die Führung von Marriott argumentiert jedoch, dass das Problem nicht im Mangel an Talenten liegt, sondern darin, dass es nicht gelingt, dafür Anreize zu schaffen. Neeraj Govil, Marriotts COO für APEC, weist darauf hin, dass Indien über eine riesige, fähige Arbeitskräfte verfügt, die Branche sich jedoch nicht an die Bedürfnisse angepasst hat. „Wir sitzen im bevölkerungsreichsten Land der Welt und haben eine Belegschaft, die außergewöhnlich talentiert, sehr vielseitig und sehr jung ist“, erklärte er.
Marriotts „Life On Time“-Initiative
Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat Marriott „Life On Time“ ins Leben gerufen, ein Programm zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für jüngere Mitarbeiter. Auch wenn es nur wenige Details gibt, scheint sich die Initiative auf die Reduzierung langer Arbeitszeiten und die Verbesserung der Work-Life-Balance zu konzentrieren. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass es durch die Bereitstellung vernünftigerer Zeitpläne Mitarbeiter der Generation Z anziehen und halten kann, die Wert auf persönliche Zeit- und Karriereentwicklung legen.
Über die Wirksamkeit des Programms wird intern bereits berichtet, die Auswirkungen auf die Branche auf breiterer Ebene bleiben jedoch abzuwarten. Marriott betrachtet dies als ein „sehr lösbares Problem“ und nicht als eine systemische Krise, was darauf hindeutet, dass andere Hotelketten ähnliche Strategien zur Stabilisierung ihrer Belegschaft übernehmen könnten.
Der Ansatz von Marriott zeigt einen Wandel in der Denkweise: Die Anerkennung, dass die Bindung von Talenten der Generation Z mehr als nur wettbewerbsfähige Löhne erfordert – es erfordert Respekt für ihre Zeit und ihr Wohlbefinden. Im Erfolgsfall könnte dieses Modell die Arbeitsnormen im indischen Gastgewerbe neu definieren und die Konkurrenz dazu zwingen, sich anzupassen oder einen weiteren Talentverlust zu riskieren.


























