Eine Familie, die mit Flugverspätungen und hohen Lebensmittelpreisen am Flughafen konfrontiert war, unternahm einen ungewöhnlichen Schritt: Sie bestellte Domino’s Pizza direkt zum Flughafen und brachte sie durch die TSA-Sicherheitskontrolle ins Flugzeug. Das virale Video löste eine Debatte darüber aus, ob es sich hierbei um einen cleveren „Reise-Hack“ oder einen disruptiven Schachzug handelt.
Das Lebensmittelproblem am Flughafen
Flughafenkonzessionen sind notorisch teuer. Hohe Mieten, strenge Sicherheitsprotokolle und Arbeitskosten treiben die Preise in die Höhe, sodass den Passagieren nur begrenzte und oft überteuerte Optionen zur Verfügung stehen. Viele Reisende nehmen einfach die überhöhten Kosten in Kauf, weil sie keine andere Wahl haben, da der Flughafen sie mit seinem begrenzten Angebot gefangen hält.
Die Domino-Lösung
Die Familie traf den Fahrer des Domino am Straßenrand und ging dann mit den Pizzakartons in der Hand durch die Sicherheitskontrolle. Im Gegensatz zu Flüssigkeiten oder Gelen gibt es bei Pizza keine Einschränkungen, so dass die kostspieligen Lebensmitteloptionen umgangen werden können. Dieser Schritt hat bei anderen Anklang gefunden, die die Absurdität der Flughafenpreise erkennen und darin eine praktische Lösung sehen.
Die Kontroverse
Nicht jeder ist damit einverstanden. Einige behaupten, der Geruch und die mögliche Unordnung seien rücksichtslos gegenüber den Mitpassagieren. Andere bezweifeln, dass es praktikabel ist, fettige Pizzakartons mit ins Flugzeug zu nehmen. Der Vorfall verdeutlicht jedoch einen umfassenderen Trend: Reisende suchen aktiv nach Möglichkeiten, Flughafenaufschläge zu vermeiden.
Jenseits von Pizza: Ein wachsender Trend
Dies ist kein Einzelfall. Es ist bekannt, dass Piloten bei längeren Verspätungen Pizza für ganze Flüge bestellten, wobei einige sogar Lieferungen durch Polizeieskorte arrangierten. Fluggesellschaften verlassen sich manchmal auf provisorische Catering-Lösungen, wenn Standardoptionen versagen, beispielsweise bei Großbestellungen bei Flughafenverkäufern oder sogar bei Razzien in nahegelegenen Geschäften. Eine Fluggesellschaft nutzte sogar ihre Firmenkarte, um während einer großen Verspätung einen Bagel-Laden für zusätzliche Sandwiches zu bestechen.
Flughafenlieferdienste
Flughäfen sind sich dieser Nachfrage bewusst. Apps wie Grab bieten jetzt eine Zustellung im Terminal an und berücksichtigen dabei, dass angebundene Passagiere Geld ausgeben, wenn Komfort geboten wird. Allerdings bleiben die Preise oft hoch und lassen Raum für unkonventionelle Lösungen wie die Domino-Lieferung.
Die Pizza-Umgehungsstraße der Familie ist ein Symptom für ein größeres Problem: überteuertes Flughafenessen und verzweifelte Passagiere. Ob genial oder disruptiv, es ist eine Erinnerung daran, dass Reisende Wege finden werden, das System zu umgehen, wenn sie mit unverhältnismäßigen Kosten konfrontiert werden.


























