Saudi-Arabien erlebt einen Anstieg des Konsums alkoholfreier (NA) Getränke, der auf sich entwickelnde soziale Normen, Luxustourismus und ein einzigartiges lokales Umfeld zurückzuführen ist. Was einst ein Randtrend war, ist heute eine Mainstream-Kraft mit einem jährlichen Wachstum von 15 % seit 2019 – was im Jahr 2024 78 % des NA-Marktes im Nahen Osten ausmacht. Dabei geht es nicht nur um den Verzicht auf Alkohol; Es geht darum, soziale Erfahrungen in einer konservativen, sich aber schnell modernisierenden Nation neu zu definieren.

Von der Illegalität zum Luxus: Eine aktuelle Transformation

Noch vor wenigen Jahren war die Landschaft für NA-Getränke in Saudi-Arabien völlig anders. Branchenprofis wie Nick Crutchfield, früher bei Lyre’s alkoholfreien Spirituosen tätig, beschreiben, dass man sich im Jahr 2022 auf einem „seltsamen, schmalen Grat zwischen ‚Harem‘ und ‚Halal‘“ bewegt. Eine frühzeitige Einführung erforderte die Überwindung rechtlicher und moralischer Hürden und gleichzeitige Aufklärung des örtlichen Gastgewerbepersonals über unbekannte Geschmacksrichtungen und das Konzept der Cocktailkultur selbst.

Das Fehlen traditioneller Bars behinderte den Fortschritt nicht; Stattdessen bot die florierende Kaffee- und Cafészene, die aufgrund der Wüstenhitze bis spät in die Nacht geöffnet war, einen natürlichen Einstiegspunkt. NA-Espresso-Martinis und leichtere Optionen wie Spritzer gewannen schnell an Bedeutung, insbesondere in Luxushotels, die sowohl internationale Touristen als auch inländische Verbraucher bedienen.

High-End-Hospitality weist den Weg

Heute stehen gehobene Hotels an der Spitze der NA-Bewegung. Häuser wie Nujuma, ein Ritz-Carlton Reserve, verfügen über spezielle NA-Cocktailbars mit gehobenem Service und maßgeschneiderten Kreationen – der Preis liegt bei etwa 25 US-Dollar pro Getränk. Das St. Regis Riyadh bietet alkoholfreie Champagner-Säbelrituale mit alkoholfreiem Prosecco an, und sogar seine charakteristische Bloody Mary wurde mit lokalen Gewürzen und einer aufwendigen Beilage in eine „Regal Mary“ umgewandelt.

Die Tonic Bar im Four Seasons Riyadh im Kingdom Centre ist ein weiteres Beispiel für diesen Trend und bietet Mocktails und nullprozentige Gin-Tonic-Variationen. Diese Veranstaltungsorte richten sich nicht nur an internationale Gäste, die einen Wellness-Urlaub suchen; Sie ermöglichen es saudischen Familien auch, gesellschaftliche Zusammenkünfte im Rahmen kultureller Normen zu genießen.

Zukünftiges Wachstum und mögliche Veränderungen

Die Zukunft sieht vielversprechend aus: Bis 2029 wird ein weiteres Wachstum von jährlich 10 % prognostiziert. Allein das Red Sea Project wird zahlreiche Luxushotelmarken einführen, was den Trend weiter anheizt. Über Hotels hinaus zeigen Einrichtungen wie das A12 Café in Riad – im Stil eines alkoholfreien Pubs – eine breitere Akzeptanz bei den lokalen Verbrauchern.

Jüngste Maßnahmen der Regierung, darunter die Eröffnung von Spirituosengeschäften für nichtmuslimische Diplomaten, werfen Fragen hinsichtlich der Möglichkeit einer umfassenderen Legalisierung alkoholischer Getränke auf. Während einige Beamte potenzielle Einnahmen darin sehen, dass Tourismusausgaben, die derzeit in die Nachbarländer umgeleitet werden, genutzt werden können, sind andere weiterhin gegen solche Änderungen.

„Die meisten Menschen sind sich einig, dass sie im Land keinen Alkohol wollen“, sagt Ohoud Mosuily, Nujumas Kultur- und Kulturerbe-Erlebnismanager. „Aber da der Tourismus wächst, gibt es auf dieser Seite des Zauns Gerede.“

Unabhängig davon verändert die Entwicklung alkoholfreier Cocktails in Saudi-Arabien bereits die soziale Landschaft des Landes. Vom traditionellen „Saudi-Champagner“ (prickelnder Apfelsaft mit Früchten) bis hin zu innovativen Mocktail-Programmen in Luxusresorts ist die Nachfrage nach gehobenen, alkoholfreien Erlebnissen unbestreitbar.