Eine von einem Frontier Airlines-Passagier eingereichte Klage wegen angeblicher Rassendiskriminierung wurde abgewiesen, nachdem bekannt wurde, dass der Kläger von ChatGPT erstellte, erfundene rechtliche Zitate eingereicht hatte. Kusmin Amarsingh, eine Anwältin, die sich selbst vertritt, behauptete, ihr sei aufgrund ihrer indischen Abstammung die Beförderung zu einem Anschlussflug von Philadelphia nach St. Louis verweigert worden.
Der Streit und die ersten Ansprüche
Am 13. Juni 2023 gehörte Amarsingh zu mehreren Passagieren ohne zugewiesenen Sitzplatz auf einem überbuchten Flug. Laut Gerichtsdokumenten boten die Gate-Agenten Gutscheine im Wert von bis zu 800 US-Dollar an, um Freiwillige zu ermutigen, einen späteren Flug zu nehmen, aber niemand nahm diese an. Zu den Passagieren, die keinen Sitzplatz hatten, gehörten mehrere ethnische Gruppen: afroamerikanische Familien, hispanische Personen und andere Passagiere asiatischer und indischer Abstammung.
Amarsingh behauptet, dass andere Passagiere untergebracht wurden, sie jedoch warten musste und glaubt, dass dies an ihrer Rasse lag. Die Fluggesellschaft bot eine Rückerstattung oder Umbuchung an, jedoch keine finanzielle Entschädigung. Sie forderte Schadensersatz in Höhe von 15 Millionen US-Dollar und verwies auf den Verlust von 1.000 US-Dollar an Ausgaben, ein verpasstes Familientreffen und die angebliche emotionale Belastung durch Rassendiskriminierung.
Gerichtsentscheidung und ChatGPT-Beteiligung
Das Berufungsgericht des 10. Bezirks wies Amarsinghs Klage schließlich mit der Begründung ab, sie habe nicht nachgewiesen, dass sie ohne Diskriminierung inhaftiert worden wäre. Das Gericht wies darauf hin, dass ihr kein zugewiesener Sitzplatz zugeteilt wurde, sie zu den letzten berücksichtigten Passagieren gehörte und dass Gate-Agenten Menschen unterschiedlicher Rassen an Bord gebracht hatten.
Der Fall nahm eine weitere Wendung, als sich herausstellte, dass Amarsinghs Berufungsschriftsatz sieben völlig erfundene Rechtsfallzitaten enthielt. Sie machte ChatGPT für die Fehler verantwortlich und behauptete, die KI habe falsche Referenzen generiert.
Disziplinarmaßnahmen und Folgen
Infolgedessen wurde Amarsingh dazu verurteilt, Frontier Anwaltskosten in Höhe von 1.000 US-Dollar zu zahlen, und verwies sie wegen möglicher Disziplinarmaßnahmen an den Anwalt ihres Staates. Trotzdem legte sie diese Woche Berufung gegen die Entlassung ein und argumentierte, dass das Gericht ihre Behauptung, Gate-Agenten hätten ihren indischen Akzent verspottet, falsch verstanden habe.
Der Vorfall verdeutlicht die Risiken, die sich daraus ergeben, sich in Gerichtsverfahren auf KI-generierte Inhalte zu verlassen, und unterstreicht, wie wichtig es ist, alle Zitate zu überprüfen.
Der Fall ist eine deutliche Warnung vor dem unkritischen Einsatz künstlicher Intelligenz im juristischen Kontext. Die Entscheidung des Gerichts und die anschließenden Disziplinarmaßnahmen senden eine klare Botschaft: Juristen sind für die Richtigkeit ihrer Eingaben verantwortlich, auch wenn sie KI-Tools verwenden.
