Die Planung einer Reise in die Antarktis erfordert eine entscheidende erste Entscheidung: Wie kommen Sie dorthin? Während die meisten Reisenden den Kontinent über traditionelle Kreuzfahrten von Südamerika aus erreichen, gibt es eine weniger verbreitete, aber immer beliebter werdende Option – Expeditionen mit Flugkreuzfahrten. Beide Methoden bieten einzigartige Vor- und Nachteile, sodass die „beste“ Wahl sehr persönlich ist.

Die traditionelle Kreuzfahrt: Eine immersive, historische Reise

Die meisten Antarktisreisen beginnen mit einer herausfordernden, aber dennoch legendären zweitägigen Durchquerung der Drake-Passage – dem turbulenten Gewässer, das Südamerika von der Antarktis trennt. Anschließend verbringen Reisende fünf oder mehr Tage damit, die antarktische Küste zu erkunden, bevor sie über den Drake zurückkehren. Bei dieser Methode geht es nicht nur darum, das Ziel zu erreichen; es geht darum, die Reise zu erleben.

Die Drake-Passage ist für ihre raue See mit Wellen von 10 bis 15 Fuß oder mehr berüchtigt. Viele Reisende, darunter auch erfahrene Entdecker, betrachten dies jedoch als einen integralen Bestandteil des Antarktis-Erlebnisses. Es verbindet moderne Abenteurer mit dem Erbe früher Antarktispioniere wie Shackleton und Amundsen, die auf ihren historischen Expeditionen weitaus schlimmere Bedingungen ertragen mussten.

Die ausgedehnte Seereise bietet auch Zeit zur Akklimatisierung und Vorbereitung. Auf Expeditionsschiffen finden häufig Vorträge von Spezialisten für die Tierwelt, Geologie und Geschichte der Antarktis statt, die das Erlebnis bei der Ankunft bereichern. Die Überquerung der Drake-Passage dient als natürlicher Übergang von der modernen Welt zur völligen Leere und dem Wunder der Antarktis.

Allerdings ist die Drake-Passage nicht immer feindselig. Gelegentlich erleichtert ruhige See – der sogenannte „Drake Lake“ – die Durchfahrt, auch wenn die Unvorhersehbarkeit inhärent bleibt.

Die Fly-Cruise-Option: Geschwindigkeit und Komfort, mit Einschränkungen

Für diejenigen, die eine schnellere und möglicherweise reibungslosere Reise wünschen, bieten Fly-Cruise-Expeditionen eine direkte Lösung. Diese Reisen beinhalten den Flug von Punta Arenas, Chile, nach King George Island auf den Südshetlandinseln, wobei die Drake Passage vollständig umgangen wird. Anschließend besteigen die Passagiere ein Expeditionskreuzfahrtschiff für eine kürzere, gezielte Erkundung der Antarktischen Halbinsel.

Diese Methode ist besonders attraktiv für Reisende, die anfällig für Seekrankheit sind oder wenig Zeit haben. Flugkreuzfahrten dauern in der Regel acht Nächte, einschließlich Hotelaufenthalten in Punta Arenas, im Vergleich zu zehn oder mehr Nächten, die für traditionelle Segelreisen über den Drake erforderlich sind.

Allerdings birgt diese Bequemlichkeit auch Risiken. Die Wetterbedingungen auf King George Island können zu Flugverzögerungen führen, da für Landungen eine klare Sicht auf die Schotterpiste erforderlich ist. Reiseveranstalter wie Silversea mildern dies, indem sie Wetterfenster in ihre Reiserouten einbauen und sogar zusätzliche Hotelübernachtungen in Punta Arenas reservieren, um mögliche Störungen auszugleichen.

Trotz der Vorsichtsmaßnahmen kann es zu Verzögerungen kommen. In einigen Fällen wurden Flüge um Stunden verschoben und starteten sogar spät in der Nacht, um eine Wetterpause einzulegen.

Kosten und Überlegungen

Fly-Cruise-Expeditionen kosten in der Regel mehr pro Tag als herkömmliche Kreuzfahrten. Silversea zum Beispiel verlangt für seine Sechs-Nächte-Flugkreuzfahrten etwa 2.500 US-Dollar pro Nacht, im Vergleich zu etwa 1.476 US-Dollar pro Nacht für die Drake-Passage-Kreuzfahrten mit zehn Nächten. Der höhere Preis spiegelt die Charterflüge und die logistische Komplexität des Betriebs in der Antarktis wider.

Ein weiterer potenzieller Nachteil von Flugkreuzfahrten ist die Notwendigkeit, die Bransfield-Straße zu überqueren, eine unruhige Wasserstraße zwischen King George Island und der Antarktischen Halbinsel. Obwohl sie kürzer als die Drake-Passage ist, kann es dennoch zu rauer See kommen, die bei manchen Passagieren ein mulmiges Gefühl hervorruft.

Das Urteil

Letztendlich hängt es von den individuellen Prioritäten ab, wie man die Antarktis am besten erreicht. Diejenigen, die ein umfassendes, historisch verwurzeltes Erlebnis suchen und dabei raue See tolerieren, werden wahrscheinlich die traditionelle Kreuzfahrt bevorzugen. Reisende, die Wert auf Geschwindigkeit, Komfort und die Vermeidung von Seekrankheit legen, können sich für die Option einer Flugkreuzfahrt entscheiden, sofern sie auf mögliche Verzögerungen und einen höheren Preis vorbereitet sind.

Es gibt keine allgemein überlegene Methode. Beide Ansätze bieten einzigartige Vor- und Nachteile und stellen sicher, dass jede Antarktisreise ein zutiefst persönliches und unvergessliches Abenteuer bleibt.